Bundesvorsitzender Fredric Schulz mit Alkoholpolitik in Westfalenpost

Aus Sicht der Guttempler ist die Ernennung des SPD-Politikers Dirk Wiese zum „Genussbotschafter“ der Spirituosenindustrie ein alarmierendes Zeichen dafür, wie wenig sich Teile der Politik der realen Tragweite von Alkoholkonsum bewusst sind. Fredric Schulz, Bundesvorsitzender der Guttempler, kritisiert, dass Politiker der Alkoholindustrie mit solchen Ehrenämtern ein gesellschaftliches Gütesiegel verleihen und dabei die massiven Schäden ausblenden, die Alkohol Jahr für Jahr anrichtet.

Allein in Deutschland sterben jährlich rund 40.000 Menschen an den Folgen von Alkohol, und die volkswirtschaftlichen Kosten erreichen laut Bundesgesundheitsministerium etwa 57 Milliarden Euro. Dem stehen lediglich drei Milliarden Euro Einnahmen aus Alkoholsteuern gegenüber. Ein Missverhältnis, das wir als Guttempler als politischen Blindfleck bezeichnen.

Besonders stößt uns auf, dass die Spirituosenbranche bei der Vergabe solcher Titel den Begriff „verantwortungsvoller Umgang“ benutzt, ohne klar zu definieren, was das in der Praxis bedeutet.

Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um reinen Etikettenschwindel, der die tatsächlichen sozialen und gesundheitlichen Risiken verharmlost und die Verantwortung völlig auf die Konsument*innen überträgt.

Während Wiese seine Rolle mit Schlagworten wie Prävention, Jugendschutz und Kultur verteidigt, sehen wir darin ein weiteres Beispiel dafür, wie politische Entscheidungsträger sich für die Imagepflege einer Industrie instrumentalisieren lassen, deren Produkte erheblichen gesellschaftlichen Schaden verursachen. Die Guttempler fordern deshalb mehr Aufklärung, strengere Regelungen und ein deutlich kritischeres Bewusstsein im Umgang mit Alkohol, gerade in der Politik.

Hier geht’s zum ganzen Artikel der Westfalenpost mit dem Interview mit Fredric Schulz (Paywall/kostenpflichtig):