Suchtselbsthilfe

Selbsthilfe wirkt!

Ich gehe regelmäßig in meine Selbsthilfegruppe, weil die Gruppe die beste Rückfall-Prävention für mich bedeutet und ich anderen helfen kann, einen Weg aus der Sucht zu finden.

Was ist Suchtselbsthilfe?

Die Selbsthilfe im Suchtbereich ist eine Hilfe für Betroffene von Betroffenen. Vor, während und nach der professionellen therapeutischen und medizinischen Hilfe sowie unabhängig davon, können Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige sich an eine Suchtselbsthilfegruppe oder einen Suchtselbsthilfe-Verband wenden.

Suchtselbsthilfe basiert auf dem freiwilligen Zusammenschluss von Betroffenen und Angehörigen. Selbstbestimmter, regelmäßiger Austausch z.B. in der Gruppe ist das Kennzeichen der Selbsthilfe.

In der Selbsthilfe nehmen Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand, übernehmen Verantwortung für sich und andere. Sei es bei der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen und Krisen, bei gemeinsamen Aktivitäten, dem Entdecken und Wiederentdecken eigener Ressourcen und Perspektiven und vor allem dabei, nicht allein zu sein mit der Entscheidung, suchtfrei zu leben.

Die Suchtselbsthilfe ist ein aktiver Partner in der Suchthilfe, denn im Gegensatz zu den zeitlich unterschiedlich stark befristeten beruflichen Suchthilfeangeboten bietet die Suchtselbsthilfe unbefristet und zu jedem Zeitpunkt im Suchtverlauf Unterstützung an:

Sie ist vor, während, nach oder anstelle einer professionellen Behandlung aktiv!

Wie effektiv ist Suchtselbsthilfe?

Gemessen an der Anzahl der suchtkranken Selbsthilfegruppenteilnehmer sind bei einer Befragung aller Suchtselbsthilfegruppen in Deutschland lediglich 13 % rückfällig geworden. Und noch ermutigender ist, dass 77 % der rückfällig gewordenen Personen dennoch wieder zu einem stabilen abstinenten Leben zurückfinden konnten.

Auch die kontinuierliche Auseinandersetzung der Suchtselbsthilfe mit Rückfallrisiken und -situationen wirkt sich positiv auf die Rückfallquote und die Stabilisierungspotenziale aus.

Insgesamt leistet die Suchtselbsthilfe auch hier eine ganz besonders wertvolle Arbeit und trägt dazu bei, dass Suchtkranke langfristig suchtfrei bleiben und nicht zuletzt Behandlungserfolge aus der beruflichen Suchthilfe gesichert werden.

Selbsthilfe hilft das Stigma von Suchterkrankungen zu überwinden

Immer noch gilt eine Suchterkrankung als ein persönliches Versagen, als selbstverschuldetes Übel oder Charakterschwäche. Unter diesen Vorurteilen leiden viele Betroffene und Angehörige und reagieren mit Scham-und Schuldgefühlen. Sie scheuen und zögern Hilfe in Anspruch zu nehmen. Stigmatisierung nennt sich der Prozess, in dem ein bestimmtes Merkmal, z.B. eine Suchtkrankheit dazu führt, dass Menschen mit einem Etikett versehen, mit negativen Vorurteilen in Verbindung gebracht und schließlich ausgegrenzt werden. Die Suchtselbsthilfe bietet Betroffenen und Angehörige einen geschützten, vertraulichen und vorurteilsfreien Ort.

In den Räumlichkeiten der Gemeinschaften und Selbsthilfegruppen der Guttempler machen Menschen die wertvolle und sinnstiftende Erfahrung, nicht allein zu sein. Engagierte Guttempler*innen konnten die Vorteile bereits selbst erfahren und die erlebte Unterstützung und Hilfe an andere Menschen weitergeben. Von Betroffenen für Betroffene, als Expert*innen in Sachen Sucht sowie mit einem Erfahrungsschatz und eigener Betroffenenkompetenz ausgestattet, die in keiner Schule gelehrt und erlernt werden kann.

Unsere Helfer*innen in den Projekten und Hilfeangeboten:

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SoberGuide Andreas aus Berlin

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Ulrike macht regelmäßig Klinikbesuche

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Mirjam leitet eine Selbsthilfegruppe

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Annette vom Angehörigenprojekt back-me-up

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Thomas Lingenberg ist Landesvorsitzender der Guttempler in NRW und bietet eine virtuelle Gesprächsgruppe an

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Claudia vom Nottelefon Sucht

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Selbsthilfe ist mehr…

Diese unersetzbare Qualität der Suchtselbsthilfe zeigt sich auch in den suchtformübergreifenden neuen und alten Angeboten der Guttempler. Dazu zählen neben den örtlichen oder virtuellen Selbsthilfegruppen auch überregionale Angebote, wie die SoberGuides, back-me-up und das Nottelefon Sucht.

Hier gibt es weitere Infos zum Download als PDF: