Was ist Suchtselbsthilfe? Ein Erklärvideo


Mit freundlicher Genehmigung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) | © Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS)

Den 04. Juni hat die UNO als „Internationalen Tag der Kinder, die unschuldig zu Aggressionsopfern geworden sind“ ins Leben gerufen. Dieser etwas sperrige Name hat durchaus Berechtigung, weil es auch heute immer noch viel zu viel Gewalt gegen Kinder gibt. Hier wird in erster Linie auf die verheerenden Folgen von bewaffneten Konflikten aufmerksam gemacht und auf die Notwendigkeit, den Schutz von Kindern zu erhöhen, die Kinderrechte zu stärken und deren Verletzungen sichtbar zu machen. Dass es einen Gedenktag wie diesen geben muss, ist mehr als nur traurig. Denn er hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und erinnert daran, dass weltweit täglich unzählige Kinder zu Opfern von Gewalt und Auseinandersetzungen aller Art werden.

KiM – die Kinderabteilung der Guttempler begrüßt diesen Einsatz und hofft auch auf verstärkten Einsatz für Kinderrechte in Deutschland. Der UNO-Gedenktag sei ein guter Anlass, aufzuzeigen, dass auch in Deutschland Kinder täglich Opfer von Gewalttaten werden. Gewalt gegen Kinder ist sehr schwer sichtbar, oft sind es Familienangehörige oder Bekannte, die zuschlagen oder missbrauchen. Die Prävention hierfür ist vielfältig und komplex. KiM appelliert nicht nur an die Politik, die ein effizientes, beharrliches und koordiniertes Vorgehen sicherstellen müsse. Die Verantwortung muss auf vielen Ebenen und von vielen Seiten wahrgenommen werden, von Behörden, Schulen und Organisationen. Jede/r einzelne kann einen wichtigen Beitrag leisten. Betroffenheit über die verheerende Situation von Kindern in Krisengebieten ist wichtig; der Blick für die eigene Umgebung darf aber nicht dabei verloren gehen.

Obwohl Armut, niedriger sozialer Lebensstandard sowie niedriger Bildungsstand „Kindesmissbrauch“ in allen Formen fördern, spielen vor allem Alkohol und Drogen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle.

In Deutschland leben alleine 2,5 Millionen Kinder in alkoholbelasteten Familien. Sie erleben eine instabile Familiensituation durch das für sie schwer einschätzbare Verhalten des alkoholabhängigen Elternteils. Hilflosigkeit, Scham und Angst kommt hier noch begleitend hinzu. Die Erfahrung von Gewalt in der Familie (in den meisten Fällen gegen die Mutter) prägt die Kinder für ihr ganzes Leben.

Besondere Persönlichkeitsprägung erfahren die Kinder auch durch fehlende Bindungen und fehlende familiäre Beziehungen. Diese Defizite führen oft dazu, dass die Kinder als Erwachsene selber, oftmals ohne Perspektive im Beruf oder aufgrund ihres eigenen sozialen Umfeldes sowohl zur Gewaltbereitschaft als auch zur Alkoholkrankheit neigen.

Die Europakonferenz der Gesundheitsminister „Gesundheit, Gesellschaft und Alkohol“ hat schon 1995 mit der der Europäischen Charta „Alkohol“ im Punkt 3 folgende Forderung verabschiedet: „Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht, in einer Umwelt aufzuwachsen, in der sie von den negativen Begleiterscheinungen des Alkoholkonsums und soweit wie möglich vor Alkoholwerbung geschützt werden.“

Die Guttempler in ganz Deutschland bieten in Kindergruppen für alle Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren an. Hier finden sie die fehlende Sicherheit und Geborgenheit. Darüber hinaus lernen die Kinder Akzeptanz gegenüber anderen, Toleranz untereinander wird vermittelt und Hilfsbereitschaft wird gefördert.

Die von KiM ausgebildeten Mitarbeiter der Kindergruppen stehen allen Kindern und besonders den Kindern aus suchtbelasteten Familien als Ansprechpartner, Ratgeber und Vertraute zur Verfügung. Im Vordergrund unserer täglichen „Arbeit“ steht für uns aber in erster Linie, dass diese Kinder die Möglichkeiten haben, wieder Kinder zu sein oder zu lernen, wie es sein kann, sich einfach altersgerecht verhalten zu dürfen ohne die drückende Verantwortung, die es gegenüber dem alkoholkranken Angehörigen verspürt.

Wir glauben, dass jedes Kind die Erfahrung machen kann, dass Gewalt kein unausweichliches Schicksal ist. Wir können Hoffnung wecken. Wir streben an, dass Kinder sich zu einer starken Persönlichkeit entwickeln, die sich selbstbewusst in ihrem eigenen Leben behaupten können.

Für KiM, Kinder im Mittelpunkt

Kinderabteilung der Guttempler in Deutschland

Kirsten Glasmacher, Inga Hansen, Sarah Köppe